Facilitation – die Ausbildung
In der Facilitation-Ausbildung von e7° Partizipation und Zusammenarbeit arbeitest du an deiner Haltung und deinem Prozessverständnis, um Co-Creation in Organisationen, Teams und im öffentlichen Raum zu ermöglichen. Dazu schärfst du deinen Blick für komplexe soziale Systeme, lernst Begegnung und Interaktion sinnvoll zu gestalten und dich dabei selber zu regulieren.
Du möchtest echte Beteiligung ermöglichen, Veränderungen kraftvoll begleiten und facilitative Leadership entwickeln? Ob als Führungsperson oder Prozessbegleiter:in – du lernst, wie du Dialog- und Beteiligungsräume eröffnest, Gruppenprozesse bewusst gestaltest und die Ergebnisse greifbar machst.
In vier intensiven Modulen beschäftigen wir uns mit dem Wesen und auch den Grenzen bewährter Methoden wie Kreisdialog, World Café, Open Space, Dynamic Facilitation oder Zukunftskonferenz. Du reflektierst deine eigene Rolle und entwickelst Sicherheit darin, mit der Unsicherheit umzugehen, die partizipative Prozesse – von der ersten Idee, über eine umsichtige Auftragsklärung bis zur Umsetzung – mit sich bringen.
Facilitation als Handwerk, Haltung und Kunst.
Warum Facilitation? -
Haltung, Handwerk, Kunst
Facilitation ist eine Kunst, die in vielen Kontexten relevant ist und eingesetzt werden kann:
- In der Politik und unserer Demokratischen Gesellschaft gestalten wir Multistakeholder-Dialoge, Beteiligungs-Veranstaltungen oder Bürger:innenräte, um in komplexen Herausforderungen viele Perspektiven und Stimmen einzubinden und um gemeinsamen Boden zu finden, auf dem Antwortfähigkeit entsteht.
- Schulen entwickeln Erfahrungen mit Schüler:innen- und / oder Eltern-Partizipation und beziehen ihre Anspruchsgruppen in die Entwicklung von Schulprogrammen ein.
- Unternehmen setzen auf kollektive Intelligenz, um in steter Beschleunigung und wachsender Komplexität Alignment zu stärken und/oder dank Multistakeholder-Dialogen kluge Antworten auf Herausforderungen zu finden.
Für all diese Prozesse braucht es Menschen, die Rahmenbedingungen für kontaktvolle Kommunikation und Co-Creation schaffen können.
Die Wurzel des Wortes Facilitation ist das lateinische «facilis», was soviel heisst wie einfach, leicht. Facilitation meint also im Kern, etwas zu «erleichtern» bzw. zu «ermöglichen».
Facilitation bedeutet in diesem Sinne einen Raum zu schaffen, in denen Menschen, Teams oder Organisationen ihre Anliegen, Probleme oder Potenziale leichter bzw. überhaupt bearbeiten können. Dabei geht es um einen psychologisch (ausreichend) sicheren Raum und echten Dialog.
Es geht nicht darum, Inhalte vorzugeben, sondern Prozesse zu ermöglichen und kollektive Intelligenz sichtbar zu machen, sodass weise und breit abgestützte Entscheidungen daraus wachsen können.
Man könnte auch sagen:
Facilitation ist die Kunst, Menschen dabei zu unterstützen, miteinander Sinn zu erzeugen und gemeinsam in Handlung zu kommen.
Die Ausbildung in der Übersicht
Wann
14 Tage verteilt auf 4 Module
- Modul 1: 02.-05.11.2026
- Modul 2: 01.-04.02.2027
- Modul 3: 06.-09.04.2027
- Modul 4: 10.-11.06.2027
Wo
Propstei Wislikofen
Die Propstei Wislikofen ist ein Ort mit einer bewegten Geschichte und einer ganz besonderen Ausstrahlung. Das ehemalige Benediktinerkloster bietet uns viele Innenräume, Nischen und Naturräume, in denen wir auf vielseitige Weise lernen können.
Wieviel
Standard-Preis:
CHF 6’600.00
für Schnell-Entschlossene: CHF 5’900.00
>>> Die ersten 5 Buchungen profitieren vom reduzierten Preis.
Übernachtung & Verpflegung: Hinzu kommen
CHF 1’858.00 für Vollpension und Übernachtung im Einzelzimmer in der Propstei Wislikofen für die gesamte Ausbildung.
Die Inhalte
Die Lernreise im Jahreszyklus
Modul 1: Kontakt - die Grundlage von allem (4 Tage)
„Ohne Kontakt ist alles nichts», sagt Psychologe und Organisationsberater Klaus Eidenschink – und bringt damit auf den Punkt, was gute Facilitation im Kern ausmacht. Bevor Methoden wirken können, braucht es Verbindung: mit den Menschen im Raum, mit dem, was sie bewegt, und mit dem, worum es wirklich geht.
Das gilt für unsere Lerngruppe ebenso wie für die Auftragsklärung mit Kund:innen: Tragfähige Zusammenarbeit beginnt mit Neugier, Resonanz und klugen Fragen. Wir erkunden, wie Kontakt entsteht und wirkt.
Und Facilitators meist ins Spiel kommen, wenn Veränderungsprozesse zu gestalten sind, befassen wir uns mit der Frage, wie Veränderung überhaupt entsteht bzw. was Veränderung hemmt. Dazu stützen wir uns auf systemische Theorie zu sozialen Systemen, und insbesondere zu Organisations- und Teamdynamiken.
Methodisch tauchen wir in Kreis und Dialog als Grundformen vieler Grossgruppenmethoden ein und durchdringen das World Café – und weil auch der Raum spricht, nehmen wir die Gestaltung von Umgebungen in den Blick, die Begegnung, Leichtigkeit und Kreativität einladen.
Modul 2: Dein wichtigstes "Werkzeug" bist du (4 Tage)
Unsere Haltung beeinflusst massgeblich, was geschehen kann und was nicht. Deshalb müssen wir uns diverse Frage stellen, wie z.B.: Wie gehe ich in den Prozess? Wie gehe ich mit Interessen-konflikten um? Welchen Umgang pflege ich mit Hierarchien im System? Wie halte ich schwierige Emotionen und Spannungen? Wie kann ich Räume offen halten, damit sich das Wesentliche zeigen darf?
Ausserdem befassen wir uns mit den verschiedenen Erwartungen an die Rolle des Facilitators: Wann bin ich Prozessgestalter:in, Moderator:in, Coach, Fachberater:in, Mediator:in, Erntehelfer:in? Welche Leitsterne helfen mir dabei, im Klientensystem zu navigieren, mich nicht zu verkaufen oder anzubiedern, sondern als Berater:in wirksam zu sein?
Schliesslich beleuchten wir das Handwerk des Facilitators ganz praktisch: Lampenfieber, Tipps & Tricks im Umgang mit Technik vor Ort, die Kunst der Visualisation und natürlich die Wirkmacht von Sprache.
Methodisch arbeiten wir mit Open Space und einem Storytelling-Format (Appreciative-Inquiry und/oder Collective Story Harvesting).
Modul 3: Prozessdesign – von der Intention bis zur Ernte (4 Tage)
Der häufigste Vorwurf an partizpative Prozesse: “Und dann entstehen an einer Grossgruppenveranstaltung / einem Workshop eine tolle Energie und gute Ergebnisse und danach verändert sich trotzdem nichts.” Ja, es reicht nicht, eine saubere Auftragsklärung zu machen und einen methodisch einwandfreien Workshop zu gestalten.
Deshalb steht im dritten Modul das Prozessdesign im Fokus – von der ersten Idee bis zur nachhaltigen Umsetzung. An konkreten Fall-Beispielen erarbeiten wir uns die Grundlagen für ein kluges Prozessdesign. Dazu gehören nach einer umsichtigen Auftragsklärung, der Einbezug von Stakeholdern und die Arbeit mit Spurgruppen, die Klärung der erwünschten Ernte und darauf basierend die Auswahl von passenden Methoden. Schliesslich richten wir einen Fokus auf Ernte und Umsetzung. Wie gelingt es, Ergebnisse aus partizipativen Prozessen sinnvoll zu ernten und so aufzubereiten, dass Handlung folgen kann? Wie ermöglichen wir Selbstorganisation im jeweiligen System?
Methodisch rücken wir die Zukunftskonferenz, Dynamic Facilitation und die Projektschmiede in den Fokus.
Modul 4: Fallpräsentation & feierlicher Abschluss (2 Tage)
Jede:r Teilnehmende präsentiert einen eigenen Fall aus der Praxis und reflektiert die Umsetzung. Damit nähren wir nochmals die Power der Community und lassen uns von den verschiedenen Praxis-Fällen inspirieren.
Und: Wir würdigen und feiern den Abschluss der Ausbildung gemeinsam als Gruppe bzw. Lerngemeinschaft.
Deine Facilitators

Katja Breitenmoser
Arbeitsfelder:
Begleitung von dialog-orientierten Entwicklungsprozessen in Organisationen, Teamcoachings, Konfliktregulation, Bürger:innenräte.
Arbeitsweise:
systemisch, vernetzt denken, Prozessdesign, strukturieren, Freundlichkeit, Ja, UND, Pfadfinderin, methodensicher

Thomas Ghelfi
Arbeitsfelder:
Begleitung von Transformations- und Entwicklungsprozessen von Organisationen und Teams, New Leadership, Naturerfahrung.
Arbeitsweise:
das Grosse Ganze im Blick haben, Metaphern, Naturarbeit, Storytelling, Humor, rosarote Elefanten benennen

Sarah Sommer (Friederich)
Arbeitsfelder:
Begleitung von Dialogprozessen im öffentlichen Raum, Multi-Stakeholder-Dialoge, Bürger:innenräte, Mediation.
Arbeitsweise:
präzise, sprachgewandt, neugierig, achtsam, systemisch, Prozessdesign, im Tanz zwischen Struktur und Flexibilität
Deine Ernte -
Das nimmst du mit
Du erwirbst dir ein breites und fundiertes Repertoire, um mit Organisationen oder im öffentlichen Kontext partizipative Prozesse zu gestalten, zu moderieren, zu ernten und dabei den gesamten Transformations- oder Change-Prozess im Blick zu behalten.
Du erarbeitest dir ein Set von Prinzipien und Fragestellungen, mit denen du in eine Auftragsklärung einsteigen und den Boden für eine fruchtbare Zusammenarbeit bestellen kannst. Und das wichtigste: Du erweiterst deine Resonanzfähigkeit, um gut in Kontakt kommen zu können.
Du erwirbst Sicherheit und Übung in der Planung und Moderation der folgenden Dialog- bzw. Grossgruppen-Methoden: Kreisdialog, World Café, Open Space, Zukunftskonferenz, Collective Story Harvesting, Appreciative Inquiry und Projektschmiede. Dabei lernst du auch die Arbeit mit Spurgruppen kennen.
Wir vermitteln die Inhalte gestützt auf Modelle aus der systemischen Theorie sozialer Systeme, insbesondere mit Blick auf Organisations- und Teamdynamiken. Sie sind inspiriert von unserer langjährigen Erfahrung mit Art of Hosting, Systemischer Organisationsberatung, Gemeinde-, Stadt- und Regionalentwicklung sowie unserer langjährigen Arbeit mit und in der Natur.
Du schließt das Curriculum mit einem Zertifikat von e7° ab.
Was du vielleicht noch wissen möchtest
FAQ
An wen richtet sich diese Ausbildung?
- an Führungskräfte mit Lust auf partizipative Führung und Arbeit an der Organisation
- an Projektleitende in Organisationen, welche auf die Mitwirkung verschiedener Akteur:innen angewiesen sind
- an Organisationsentwickler:innen
- an Planer:innen im öffentlichen Raum
- an Menschen aus den Fachbereichen Planung, Inklusion, Teilhabe, Demokratie, die Beteiligungsprozesse durchführen müssen bzw. wollen
- an Zukunftsgestalter:innen
→ Wir empfehlen, vor dem Start der Ausbildung, das Art of Hosting Training von e7° zu besuchen.
Wie würdet ihr eure Lernkultur beschreiben?
- Mit- und voneinander Lernen → Lernen braucht sozialen Kontext und Austausch. Zwar vermitteln wir Modelle und Methoden. Ein weiterer wichtiger Teil des Lernens passiert im Austausch unter den spannenden Teilnehmenden.
- Reflexion → Lernen braucht Reflexion. Deshalb musst du bereit sein, dich selber zu reflektieren.
- Learning by Doing → Wir bieten Möglichkeiten, um (dich) in einem wohlwollenden Rahmen zu erproben und Neues zu wagen.
- Made for Alltag → Das Lernen muss tauglich sein für den Alltag in deinem Kontext (Organisation, öffentlicher Kontext, …). Deshalb lernen wir so oft als möglich an konkreten Fallbeispielen.
Wie gross wird die Lerngruppe sein?
Wir werden in einer Gruppe von minimal 8 und maximal 14 Teilnehmenden arbeiten. Diese Grösse erlaubt intensives Lernen und gleichzeitig eine bereichernde Vielfalt der Perspektiven.
Ich bin nicht sicher, ob der Facilitation-Zyklus für mich passt...
Wenn du nicht sicher bist, ob die Facilitation-Ausbildung für dich passt, vereinbaren wir am besten ein Gespräch…
Melde dich gerne via Kontaktformular bei Katja und Thomas.
Interessiert?
Wir freuen uns auf deine Anmeldung!

